Zinshaus in Neukölln: strukturierter Verkauf trotz laufender Mietstreitigkeiten

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ReferenzBerlin-Neukölln

Zinshaus in Neukölln: strukturierter Verkauf trotz laufender Mietstreitigkeiten

Zinshaus in Neukölln: strukturierter Verkauf trotz laufender Mietstreitigkeiten

Zwei anhängige Verfahren, eine leerstehende Gewerbeeinheit und ein Verkäufer unter Zeitdruck — der Weg zum Abschluss lief über saubere Risikoaufklärung.

Objektart
Wohn- und Geschäftshaus
Einheiten
11 Wohnungen, 2 Gewerbe
Besonderheit
2 laufende Mietverfahren
Ergebnis
Verkauf an regionalen Bestandshalter

Objekte mit laufenden Rechtsstreitigkeiten gelten im Markt als schwer verkäuflich. Nicht, weil die Streitigkeiten selbst so gravierend wären, sondern weil sie Unsicherheit erzeugen — und Unsicherheit wird im Kaufpreis immer teuer bezahlt. In diesem Fall lag ein Wohn- und Geschäftshaus im Reuterkiez vor, bei dem eine Mietminderung wegen Feuchtigkeitsschäden und eine Kündigung wegen Eigenbedarfs des Vorbesitzers parallel liefen.

Wir haben von Anfang an anders herum gedacht: Statt die Verfahren zu verschweigen oder kleinzureden, haben wir sie dokumentiert. Zu jedem Verfahren gab es eine einseitige Zusammenfassung mit Streitgegenstand, Verfahrensstand, Kostenrisiko und einer Einschätzung des beauftragten Fachanwalts. Diese Unterlagen waren Teil des Datenraums, den jeder Interessent vor der ersten Besichtigung erhielt.

Parallel haben wir die leerstehende Gewerbeeinheit im Erdgeschoss neu gedacht. Sie stand seit vierzehn Monaten leer, war als Ladenlokal geschnitten und lag an einer Ecke mit hoher Fußfrequenz. Wir haben zwei Nutzungskonzepte skizziert — Gastronomie mit Außenfläche und ein wohnnahes Dienstleistungskonzept — und für beide eine realistische Mietspanne belegt. Das hat aus einer Leerstandsposition eine Ertragschance gemacht, die Käufer rechnen konnten.

Der Verkäufer stand aus persönlichen Gründen unter Zeitdruck. Wir haben deshalb einen straffen, aber nicht überhasteten Prozess gefahren: zwei Besichtigungsfenster, feste Angebotsfrist, klare Bedingungen. Sechs Interessenten gaben ab, drei wurden zur Nachverhandlung eingeladen. Entscheidend war am Ende nicht der Höchstpreis, sondern die Finanzierungsbestätigung, die ein regionaler Bestandshalter innerhalb von zehn Tagen vorlegen konnte.

Die Gewerbeeinheit war acht Monate nach Übergabe vermietet, ein Verfahren endete im Vergleich, das zweite wurde zurückgenommen. Wichtiger als das Ergebnis ist für uns die Erkenntnis: Wer Risiken vollständig offenlegt, verliert nicht den Preis — er verliert nur die Käufer, die später ohnehin abgesprungen wären.


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