Gewerbehof in Lichtenberg: Nutzungskonzept vor Verkauf, Wertsprung inklusive

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ReferenzBerlin-Lichtenberg

Gewerbehof in Lichtenberg: Nutzungskonzept vor Verkauf, Wertsprung inklusive

Gewerbehof in Lichtenberg: Nutzungskonzept vor Verkauf, Wertsprung inklusive

Ein halbleerer Handwerkerhof, den drei Interessenten als Abrissgrundstück rechneten — und der als vermieteter Gewerbestandort verkauft wurde.

Objektart
Gewerbehof, 6 Einheiten
Nutzfläche
2.340 m²
Leerstand zu Beginn
48 %
Ergebnis
Verkauf nach Neuvermietung von 4 Einheiten

Als wir den Hof erstmals besichtigten, stand knapp die Hälfte der Flächen leer. Zwei Hallen ohne Heizung, eine Werkstatt mit veralteter Elektrik, ein Bürotrakt im Zustand der Neunziger. Die ersten drei Interessenten, die der Eigentümer selbst angesprochen hatte, rechneten ausschließlich mit dem Grundstückswert — Abriss, Neubau, Wohnnutzung. Rechtlich war das nicht durchsetzbar, denn der Bereich ist als Gewerbegebiet festgesetzt.

Wir haben dem Eigentümer daher vorgeschlagen, den Verkauf um zwölf Monate zu verschieben und in dieser Zeit den Ertrag aufzubauen. Grundlage war eine Nachfrageanalyse: In Lichtenberg und Marzahn fehlen bezahlbare Flächen für Handwerk, Kleinlogistik und Werkstattnutzung, die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich. Wir haben die Flächen deshalb nicht aufwendig saniert, sondern nutzbar gemacht — Elektrik erneuert, Torabmessungen dokumentiert, Stellplätze markiert, Strom- und Wasserzähler pro Einheit getrennt.

Die Vermietung lief über direkte Ansprache von Betrieben im Umkreis von zehn Kilometern, ergänzt um Handwerkskammer-Kontakte. Innerhalb von neun Monaten waren vier Einheiten vermietet, mit Laufzeiten zwischen fünf und zehn Jahren und Staffelmieten. Der eingesetzte Investitionsbetrag lag im mittleren fünfstelligen Bereich.

Erst danach ging das Objekt in die Vermarktung, jetzt als Gewerbeimmobilie mit belegbarem Cashflow und einem klaren Vermietungsnachweis. Die Käufergruppe war dadurch eine völlig andere: keine Projektentwickler, sondern Gewerbebestandshalter, die auf Mietvertragslaufzeiten und Mieterstruktur schauen.

Der erzielte Kaufpreis lag erheblich über den ursprünglichen Grundstücksgeboten — ein Vielfaches der eingesetzten Investition. Das Projekt ist bei uns intern das Standardbeispiel dafür, dass die richtige Reihenfolge — erst Nutzung, dann Verkauf — mehr wert ist als jede Verhandlungstaktik.


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